Über die Zeit der Gründung von Gussenstadt läßt sich heute nur Ungefähres auf Vergleiche hin mit anderen Ortsnamen "stadt" bzw. "stettem" sagen. Die Gründung dieser Namen weist man in das 8. oder 9. Jahrhundert. In der Urkunde der Pfalzgrafen von Dillingen an das Kloster Anhausen ist Gussenstadt erstmals im Jahre 1143 erwähnt.
Gussenstadt wurde 1448 vom Herzog Ulrich V. von Württemberg mit der Herrschaft Heidenheim erworben. Der Ort Gussenstadt bleibt dem Oberamt Heidenheim zugehörig. In der Zeit bis 1848 gab es in Gussenstadt fast ausschließlich Lehensleute des Klosters Anhausen. Nach der Lehensentlastung im Jahr 1848 welche mit 96 Gulden bezahlt werden mußte, sammelte sich mit Fleiß und Sparsamkeit bald ein gewisser Reichtum an, der in erster Linie aus dem Ackerbau, Vieh- und Pferdezucht stammte.
Bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges spielte Handel und Handwerk eine untergeordnete Rolle. Der Bau der Eisenbahnlinie Amstetten - Gerstetten in den Jahren 1904 - 1906 brachte zunächst nicht den erwarteten wirtschaftlichen Aufschwung. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurden neue Arbeitsplätze geschaffen, was auch dem vollständigen Ausbau der Wasserversorgung zu verdanken war.

Der Ort Gussenstadt gehört seit 1972 mit heute rd. 1500 Einwohnern zu Gemeinde Gerstetten.
© Willi-Martin Jäger Gussenstadt letzte Änderung 05.04.2002